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Neue alte Kirchengemeinde
Eine kleine Chronik Der 1.
Juli 1996 ist der Gründungstag der Ev.Kirchengemeinde Wachtberg; sie
ist damit eine der jüngsten in der Rheinischen Kirche. Sie ist
hervorgegangen aus der Ev. Heiland-Kirchengemeinde Bad Godesberg, die -
von Mehlem bis Villiprott mit zuletzt vier Pfarrbezirken - ihrerseits bis
1960 ein Teil der einen Ev.Kirchengemeinde Bad Godesberg war, die 1861 von
der Bonner Gemeinde in die Selbständigkeit entlassen worden war. Einzelne
Evangelische hat es hier in unserem traditionell katholischen Landstrich
immer gegeben, in Niederbachem zum Beispiel fünf im Jahre 1911 (bei 563
Katholiken), wie der Chronist Franz Anton Paßmann schreibt. In größerer
Zahl haben erst die Fluchten und Vertreibungen des 2. Weltkriegs und später
der Zuzug von Bundesbediensteten evangelische Christen hierher gebracht.
Ihre Geschichte seit Kriegsende hat durchaus abenteuerliche Akzente und
ist verbunden mit namhaften Persönlichkeiten. Die
Ostpreußin Ella Funk in Oberbachem zum Beispiel knüpfte Fäden
zwischen geflüchteten Neubürgern von Niederbachem bis Berkum. Die
schweizerischen Schwestern Vögeli in Berkum machten zu diesem
Zweck ihr Haus zu einem Mittelpunkt. Die berühmten Gemeindeschwestern
Hulda, Gertrud Striewe und Marianne Schäfer und andere versorgten das
ganze Ländchen und hielten mit Liebe, Courage und manchmal
Unverfrorenheit zugunsten der Notleidenden die Gemeinde zusammen. Auch
katholischen Persönlichkeiten verdankten die evangelischen
Nachkriegs-Neubürger hier manche mutige Hilfe und Gastfreundlichkeit,
nicht selten gegen den Willen der Alteingesessenen, so etwa Pastor Weuster
(Oberbachem), Pastor Schiffer (Villip) und Bürgermeister Henk (Pech).
Nicht zuletzt haben auch die eigenen Pfarrer das Gemeindegeschehen geprägt.
Es sind nicht viele, weil die bisherigen alle lange hier gewirkt haben:
die Pfarrer Bleek (1946 - 1977), Hofmann (1962 - 1993), Ziegler (seit 1972)
und Schmitz-Valadier (seit 1994). Heute hat die Kirchengemeinde Wachtberg 4300 Gemeindeglieder. Zu ihr gehören alle Wachtberg-Ortschaften außer Adendorf, Arzdorf und Fritzdorf, die evangelisch-kirchlich mit Meckenheim verbunden sind. Ihre Stützpunkte und Gottesdienststätten auf bald 50 Quadratkilometern Fläche hat sie in Berkum (Alte Kirche St.Gereon und Haus Helvetia), Niederbachem (Ev. Gemeindehaus) und Pech (Gnadenkirche).
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